Angela Dietrich
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Lohnt sich eine Farbberatung für Männer?

Farbberatung für Männer

Lohnt sich eine Farbberatung für Männer?

Eine Farbberatung – das ist doch nur etwas für Frauen. Nicht für Männer. Denkste. Warum besonders Männer von einem solchen Coaching profitieren – und wie du für dich den oder die passenden Berater/in findest: Style Statements hat sich umgeschaut, vor den Spiegel gesetzt – und über die Kraft der Farben aufklären lassen.

 

Ein Gastbeitrag von Jörg Oberwittler

 

Am Anfang steht das große Problem: Farbberater ist in Deutschland kein geschützter Beruf. Jeder, der möchte und sich dazu berufen fühlt, kann sich Farbberater/in nennen. Meistens sind es Frauen, deshalb wählen wir im Folgenden die weibliche Bezeichnung. Wie gehen wir Journalisten in einem solchen Fall nun vor?

Wir suchen uns zunächst Experten, die einen Überblick geben können. Buch-Autoren, Vertreter von Verbänden zum Beispiel. Und siehe da – ein Bundesverband der Farbberater(nofollow-Link) ist gleich gefunden. Seit 2000 gibt es den Verband. Wir rufen an und haben direkt die Chefin am Telefon. Kein gutes Zeichen. Sie ist sehr freundlich, räumt aber ein, dass der Verband nur 16 Mitglieder habe.

In Berlin gibt es keine registrierte Beraterin. Die Vernetzung sei „schwierig in unserem Beruf“. In Deutschland ist das Berufsbild eben – anders als in der Schweiz oder in Österreich – nicht geschützt. So tummeln sich im Internet auch viele Hobby-Berater, Selbst-Berufene und Esoteriker, die die Farbberatung leider nicht sonderlich professionell wirken lassen.

Ich will mich aber nicht über die Farbe meiner Aura beraten lassen, sondern wissen: Welche Farben stehen mir? Welche geben mir Kraft und Energie? Welche meiner Lieblingsfarben, die ich mag (die mir aber nicht sonderlich stehen), kann ich dennoch durch gekonntes Kombinieren tragen? Ach, reden wir nicht drum herum: Ich liebe Gelb – weiß aber, dass mir die Farbe nicht wirklich steht. Wie kann ich sie trotzdem tragen?

Mit diesen Fragen gehe ich auf Google-Suche. Im Internet finde ich natürlich ganz oben Guido Maria Kretschmers Buch „Eine Bluse macht noch keinen Sommer“. Aber dies richtet sich nur an Frauen. Ansonsten bleibt die Buch-Recherche so blass wie das Pastell-Rosa später an meinem Gesicht. Bis ich tatsächlich auf dem Stuhl sitze und 100 Farbtücher durchteste, braucht es noch.

 

Farbberatung für Männer im Netz: null

Auch auf YouTube: wenig gute Tipps für Männer. Eher für Frauen. Und meistens Make-up-Tipps. Also suche ich selbst vor Ort und gehe nach der Sympathie und einer professionell wirkenden Website. Hier stoße ich schnell auf die Farbberatung von Angela Dietrich, die ihre Räumlichkeiten bei mir in der Nähe hat.

Die studierte Modedesignerin und gelernte Maskenbildnerin kennt sich mit der Wirkung von Farben bestens aus. Sie arbeitet seit Jahrzehnten an der Deutschen Oper. Und: Sie hat als Stil-Coach auch viele Männer als Klienten.

 

 

Optimale Farbauswahl

Durch Vergleichen zu den optimalen Farben  Foto: Jörg Oberwittler

 

Ein paar Tage später sitze ich auf ihrem grünen Cocktail-Sessel und höre zu. Ein gemütlicher Raum mit weißen Vorhängen, Holzfußboden, einem großen Spiegel und Foto-Scheinwerfer, die den Raum in ein angenehm weiches Licht tauchen. „Wir verwenden am Theater Farben, Formen und Materialien, um bei Figuren bestimmte Charakter-Eigenschaften zu schaffen – bei der Farbberatung ist es genau andersherum: Hier geht es darum, deine wahre Persönlichkeit durch Farben optimal zum Ausdruck zum bringen“, erklärt Angela Dietrich, die sofort per Du ist.

Eine sympathische Frau mit einem Iris-Berben-gleichen Lächeln und einer smaragdgrünen Seiden-Bluse. Bereits vier von zehn Klienten bei ihr sind Männer, Tendenz steigend, verrät sie, gießt warmen Tee ein und bietet Gebäck an. Besonders jüngere Männer würden sich bereitwillig beraten lassen. Sie wollen im Business sichtbarer werden und nicht länger „im Schlumpi-Pulli“ im Meeting sitzen.

 

„Immer mehr Männer wollen selber wissen, welche Farben ihnen stehen. Eine Farbberatung ist eine Art Blickschulung für Männer.“

 

Zuerst fragt mich Angela Dietrich daher, wo ich arbeite und wie ich in meiner Arbeit wahrgenommen werden möchte. Ich sage ihr, dass ich in einer Kreativ-Agentur arbeite, wo der Dresscode recht locker ist. Und, dass ich dennoch gern in meiner Kleidung seriös, stark und professionell wirken möchte. Und dann sage ich diesen Satz, der sie sehr zum Lachen bringt: „Farblich bin ich ja der Sommertyp.“ Denn diese Einteilung von Milliarden Menschen in vier Farbtypen, die sich an den vier Jahreszeiten orientieren, ist für Profis natürlich Unsinn. Für Laien mag sie eine Hilfe sein – aber Fakt ist:

 

Selten passen Menschen genau in einen der vier Farbtypen. Viel eher bist du ein Mischtyp. Und deshalb ist eine Farbberatung wichtig.

Also fangen wir mit den Farben an. Dieser praktische Teil und direkte Blick in den Spiegel befreit mich von meinen festgefahrenen Denkmustern wie „Das steht nicht dem Sommertyp…“. Die Feinheiten kann ich am besten durch den Vergleich feststellen. Also legen wir los. Ich sorge für schwere Voraussetzungen: Am Abend davor habe ich drei Cocktails getrunken. Sie haben halt so gut geschmeckt… Eigentlich ein Tag für eine Sonnenbrille und ein pinkes Polo-Shirt, um noch halbwegs frisch auszusehen.

Angela Dietrich legt mir in den nächsten Minuten rund 100 Farbtücher um den Hals. Mir wird ganz heiß unter den ganzen Tücher-Bergen. Der Kopf schmerzt. Die Cocktails. Diese ganzen Entscheidungen. Es geht mir wie in der Parfümerie nach dem dritten Flakon, an dem man riecht.

 

 

Farben kombinieren

Welche Farben passen zur natürlichen Farbgebung im Gesicht?  Foto: Jörg Oberwittler

 

Gemeinsam begeben wir uns auf Entdeckungsreise in der Welt der Farben. Bin ich eher der kühle oder der warme Farbtyp? Der Kühle! Wie dunkel und wie hell sollten die Farben an mir sein? Eher dunkel, befindet Angela Dietrich. Die dunklen Haare, die klaren Augen und markanten Augenbrauen sowie mein Vollbart mit seinen vielen Farben – diese bräuchten einen starken Gegenspieler als Farbe für T-Shirts, Hemden und Pullover.

 

„Meist weist uns das Bauchgefühl die richtige Richtung – oft ist es aber auch gestört, weil wir durch persönliche Abneigungen oder Kommentare von anderen Farben kategorisch ausschließen.“

 

Bei mir stellt sich zum Beispiel heraus, dass ich gut Lila- und kühle Rot-Töne tragen kann. Rosa. Brombeer, Pink – alles nicht die männlichsten Farben. Dabei wurde Pink zu Zeiten der Königs-Höfe in der Tat eher von Männern als von Frauen getragen. In den nächsten Minuten räumt Angela Dietrich auch mit vielen Vorurteilen in meinem Kopf auf.

 

„Im Alter eher dunklere Farben tragen – das ist quatsch!“

Die Farbberaterin entgegnet, dass die Farben der Tücher ein Leben lang aktuell bleiben. Egal, ob mann zunächst dunkle und später graue Kopf- oder Bart-Haare hat. „Die Grundpigmentierung der Haut bleibt ein Leben lang.“ Ein Statement, das ich mir merke. Als wir bei meiner Lieblingsfarbe Gelb ankommen, wird es dann traurig: „Gelb und Orange stehen dir leider nicht. Wenn, dann am ehesten noch ein kühles Neongelb.“

Später schickt sie mir eine Farbkarte per Post mit meiner Farbpersönlichkeit und macht einen Vorschlag, wie ich meine Lieblingsfarbe doch noch tragen kann: Als Akzent-Farbe mit Blau als Basis und/oder einem schönen Dunkelbraun. Ich lächle in mich hinein, denn genau so sieht eines meiner Lieblingshemden aus: ein leichtes Viskose-Hemd mit blauen und gelben Streifen.

 

 

Farbkarte zur Farbberatung

Eine Farbkarte erleichtert das Einkaufen und Stylen.

 

Styling-Tipp: Mische Farben, die dir nicht hundertprozentig stehen, mit deinen starken Farben – oder trage sie weiter vom Gesicht weg, zum Beispiel als Hose.

 

Auch zu laute oder zu schrille Farben sind an mir schwierig, stellen wir gemeinsam beim Anlegen der Farben an mein Gesicht fest. Dabei kommen wir auf Johannes Itten zu sprechen, Bauhaus-Künstler und später Begründer der Farbenlehre. Der Schweizer wagte einst das Experiment mit seinen Schülern: Jeder sollte anonym ein Bild malen – und Ittenmusste es im Anschluss dem jeweiligen Maler zuordnen. Es gelang ihm zu hundert Prozent. Denn wir malen Bilder und wählen Harmonien, die unserer eigenen farblichen Harmonie aus Teint, Haarfarbe und Augenfarbe entsprechen.

Wer mehr wissen möchte, dem empfehle ich das Buch: „Die Kunst der Farbe“ von Johannes Itten. Ich habe es mir selbst bestellt. Mein FAZIT:

 

 

Lohnt sich eine Farbberatung?

 

Ja. Denn die Einteilung nach Frühling-, Sommer-, Herbst- und Wintertyp ist zu allgemein. Eine Farbberatung geht individuell auf deine besten Farben ein. Suche dir dafür eine Beraterin in deiner Nähe, die einen professionellen und sympathischen Eindruck macht. Professionell heißt: die nachvollziehbar Ahnung von ihrer Materie hat (zum Beispiel durch jahrelange Berufserfahrung im Zusammenhang mit Farben).

Investiere auch in die individuelle Farbpalette im Anschluss – sie fasst noch mal sehr prägnant zusammen, welche Farben dir am besten stehen. Und: Sie kann auch eine Einkaufshilfe sein, wenn du dir im Geschäft unsicher bist. Und noch einmal mehr lohnt sich die Farbberatung, weil sie dich von fest gefahrenen Denkmustern befreit: Ich werde mir jetzt noch mehr Farben kaufen, für die ich vorher wenig(er) offen war. Dunkle und kühle Grüntöne zum Beispiel stehen mir gut. Hier war ich immer skeptisch, weil ich das Sprichwort „Grün und Blau trägt die Sau“ als Sperre im Kopf hatte.

 

 

Farb- und Stilcoaching

Farb- und Stilcoaching für Männer in Berlin  Foto: Jörg Oberwittler

 

Anmerkung: Angela Dietrich hat mich für diesen Beitrag nicht bezahlt. Wir haben uns darauf verständigt, dass ich die Farbberatung einmal zur Beschreibung mitmachen darf und ihr dafür die Fotos von diesem Beitrag überlasse. Lediglich die Fotos und Zitate habe ich mit Angela Dietrich auf ihren Wunsch abgestimmt – mein Eindruck von der Farbberatung ist folglich eine ehrliche und ungeschminkte Reportage. Style Statements wird immer Werbung kenntlich machen, wo tatsächlich ein Geld-Honorar bezahlt worden ist. Dieser Transparenz verpflichte ich mich als Blogger und Journalist.

 

Jörg Oberwittler ist Journalist und Blogger. Sein Blog heißt Style Statements: Männer –  Mode – Magazin.